ARSEN UND SPITZENHÄUBCHEN

(Kriminalkomödie von Joseph Kesselring)

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Foto: Carola Hölting

Regie: Ansgar Haag

Bühne: Dieter Richter

Kostüme: Christine Geckeler

 

Mit: Friederike Frerichs (Abby Brewster), Ulla Willick (Martha Brewster), Max Reimann (Teddy Brewster), Frank Ehrhardt (Mortimer Brewster), Jan Gebauer(Jonathan Brewster), Walter von Have (Dr. Harper), Saskia Richter (Ellen Harper), Renatus Scheibe (Brofy), Karl Heinz Glaser (Dr. Einstein), Klaus Rak (Mr. Gibbs), Eckard Rühl (O’Hara), Jan Messutat (Leutnant Roony), Ulrich Bodenstein(Mr. Witherspoon)

 

Premiere: Freitag, 25. Februar 2000, 20 Uhr im Großen Haus

Matinée: Sonntag, 13. Februar 2000, 11 Uhr im Foyer, Eintritt frei

 

Das Stück

 

Abby und Martha Brewster sind zwei liebenswürdige, hilfsbereite Zeitgenossinnen, die für jeden ein Schlückchen Tee und selbstgemachte Quittenmarmelade übrig haben. Doch dann macht ihr Neffe Mortimer, der berühmte Theaterkritiker, eine grausige Entdeckung: seine netten alten Tanten sind in Wahrheit Mörderinnen. Aus purer Nächstenliebe haben sie bereits ein Dutzend älterer Herren mit vergiftetem Holunderbeerwein „erlöst". Alle Leichen sind im Keller der ehrwürdigen Brewster-Villa von Mortimers verwirrtem Bruder Teddy, der sich einbildet, Theodore Roosevelt, der Präsident der Vereinigten Staaten zu sein, vergraben worden. Während Mortimer verzweifelt versucht, weiteres Morden zu verhindern und die schrecklichen Geschehnisse vor seiner Verlobten Ellen geheimzuhalten, betritt sein lange verschollener Bruder Jonathan, der dem berühmten Horrorfilmdarsteller Boris Karloff auffallend ähnlich sieht, den Schauplatz. Er ist ein von der Polizei gesuchter Massenmörder, dem sein Freund, Dr. Einstein, mit Hilfe einer Gesichtsoperation zu einer neuen Identität verhelfen soll. Als Jonathan erfährt, daß seine Tanten eine Leiche mehr auf dem Kerbholz haben, will er sein Konto mit der Ermordung Mortimers aufbessern ...

 

ARSEN UND SPITZENHÄUBCHEN - ein Evergreen des schwarzen Humors - ist seit der Uraufführung ein Dauerbrenner auf amerikanischen und europäischen Bühnen. Hauptmotor des Erfolgs ist die Umkehrung gewohnter Handlungsmuster: das Absurde ist in diesem Stück so selbstverständlich, daß die vermeintlich „Normalen" zu Fremdkörpern werden und die Sympathie des Publikums bei den Übeltätern bleibt. Der Gegensatz zwischen Beharrlichkeit und nacktem Entsetzen sorgt für äußerst komische Effekte.

 

 

Der Autor Joseph Kesselring

 

Joseph Kesselring wurde am 21. Juli 1902 als Sohn deutschstämmiger Eltern in New York geboren. In den Jahren 1922 bis 1924 war er Professor für Musik am Bethel College, Kansas, 1925 bis 1926 musikalischer Leiter und Direktor eines Amateurtheaters in Niagara Falls. Dann betätigte er sich als Schauspieler, Autor und Regisseur verschiedener Unterhaltungs-stücke und als Verfasser von Kurzgeschichten und Gedichten. Seit 1933 ist er freiberuflicher Autor und Bühnenschriftsteller. 1939 schrieb er „Arsen und Spitzenhäubchen", seinen einzigen Erfolg. Dieser Erfolg verschaffte Kesselring unerwarteten Reichtum. Der 1944 nach dem Bühnenstück gedrehte Film mit Cary Grant, inszeniert von Frank Capra, wurde zu einem Filmklassiker. Doch daß sein Stück als schwarze Komödie rezipiert wurde löste bei Kesselring schwere Depressionen aus, denn er hatte sein Werk als ernstes Drama im Sinne Strindbergs konzipiert. Josef Kesselring starb am 5. November 1967.

 

Joseph Kesselrings Vater, Ronald Kesselring, war ein berühmter Chirurg. Zeitlebens empfand Joseph eine Haßliebe zu seinem Vater und dessen Beruf, die er in ARSEN UND SPITZENHÄUBCHEN verarbeitete. In zwei Figuren des Dramas scheint Kesselring sich selbst zu spiegeln: in Teddy, der glaubt Theodore Roosevelt zu sein - Kesselrings großes Vorbild für Zivilcourage - und in dem Polizisten O’Hara, der eigentlich ein verkappter Literat und Theaterautor ist.

 

 

ARSEN UND SPITZENHÄUBCHEN ist eine zusätzliche Produktion des Ulmer Schauspiels in dieser Spielzeit und nicht im Abonnement enthalten. Die beiden Damen ‘Abby’ und ‘Martha Brewster’ sind Paraderollen für die langjährigen und vielgeliebten Ulmer Schauspielerinnen Friederike Frerichs und Ulla Willick.

 

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