
Foto:Gerhard Kolb
Regie: Jörn van Dyck
Bühne und Kostüme: Barbara Fumian
Mit: Jan
Gebauer (Jürgen Clinge-Dornbusch), Esther Filges (Elfriede, genannt Elfried, Blazé
Clinge-Dornbusch), Karl Heinz
Glaser (Onkel Albert), Norbert
Entfellner (Harry Krebs), Max
Reimann (Clothilde Kernkamp)
Uraufführung: Sonntag, 28. November 1999, 19.30 Uhr im Podium
Das Leben ist eine tödliche Krankheit."
Vor einigen Jahren hat die skurrile Komödie MOHR. EIN
MÖSENMÄRCHEN die Zuschauer im Podium begeistert. Jetzt zeigt das Ulmer Theater erneut
ein Stück des niederländischen Autors Dolf Ephraim, der als enfant terrible"
der holländischen Theaterszene gilt.
Ort der Handlung ist das Wohnzimmer der Clinge-Dornbuschs. Jürgen
wohnt mit seiner Frau Elfriede in einer Villa in einem noblen Vorort einer Großstadt. Das
geräumige Haus ist jedoch Eigentum von Onkel Albert, einem fanatischen, reichen Altnazi.
Jürgen und Elfriede sollen einmal Haus und Millionen erben - wenn sie den senil werdenden
Onkel bis zu seinem Tod pflegen - eine immer schwieriger werdende Aufgabe und
Belastungsprobe für die Ehe der beiden.
Dazu kommt der Kleinkriminelle Harry Krebs, ein Freund Jürgens aus
früheren Tagen, ins Haus. Gegen Kost und Logis will er die nötigen Renovierungsarbeiten
in der Villa übernehmen, wenn er seine farbige Freundin Clothilde Kernkamp, eine
fröhliche, dicke, farbige Frau, mit einquartieren darf.
Von diesem Moment an beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen. Die
frustrierte Elfriede beginnt eine Affäre mit Harry, und Jürgen macht sich an Clothilde
heran. Es beginnt ein ungleicher Kampf - vier gegen einen - Onkel Albert gegen den Rest
des Hauses, denn alle wollen nur eins, sein Geld ... .
Das bewährte Inszenierungsteam des MÖSENMÄRCHENS arbeitet auch
diesmal wieder zusammen. Der ehemalige Leiter des Schauspiels, Jörn van Dyck, übernimmt
die Regie in der Ausstattung von Barbara Fumian.
Die Figuren
Jürgen Clinge-Dornbusch: Alter 35-40 Jahre. Typ Börsenmakler,
britisch angehaucht, quasi distinguierter Mann von Welt. Er findet, daß die alten
Villenvororte aller europäischen Großstädte sein Zuhause sind. Hamburg Blankenese,
Berlin Wilmersdorf, Amsterdam-Zuid usw.
Elfriede Blazé Clinge-Dornbusch: eine charmante Frau, im Alter
zwischen 35 und 40 Jahren. Elfried, ihr eigentlicher Name ist Elfriede, das Aussprechen
ihres Namens in dieser Weise ist jedoch tabu, ist der Typ ehemalige KLM-Lufthansa-Delta
Airlines Stewardeß (proper, immer die richtige Antwort auf den Lippen, steht hilfsbereit
über den Dingen). Elfriede geht trotz bzw. wegen ihres Klumpfußes zum Tennisunterricht
und zur Psychotherapie. Sie wartet darauf, daß ihr langersehnter Kinderwunsch endlich in
Erfüllung geht.
Onkel Albert: Typ lästiger, knurriger, alter Bärbeißer, irgendwo
zwischen 70 und 80 Jahren alt, mit einer belastenden Nazi-Kriegsvergangenheit. Aufgrund
eines Schlaganfalls kann er sich nur mit Hilfe eines Laufgestells vorwärts bewegen. Hinzu
kommt seine Senilität im Anfangsstadium.
Harry Krebs: Typ alter Rocker mit fettigen Harren. Krimineller,
zwischen 30 und 40 Jahren.
Clothilde Kernkamp: 30 bis 35 Jahre alt. Eine fröhliche, dicke,
farbige Frau - ein Paradiesvogel, wahrscheinlich mit Vorfahren in der fernen Inselwelt
Südamerikas. Sie ist Harrys Freundin.
Autor Dolf Ephraim
Der Niederländer Dolf Ephraim begann seine künstlerische Laufbahn als
Ballettänzer. Nach Engagements unter anderem an der Bayerischen Staatsoper in München,
an der Oper von Nizza und beim Nederlandse National Ballett arbeitete er als Choreograph
für Fernsehproduktionen und ging mit der berühmten Komödiantentruppe Fun
House" auf Tournee.
Eine Knieverletzung zwang ihn, mit dem Tanzen aufzuhören. Er studierte
Regie und Drama in Los Angeles unter anderem bei Lee Strasberg. Er erhielt mehrere
Filmrollen, führte Regie bei Theaterproduktionen und bei Diner-Shows und arbeitete als
Fotograf.
Nach der Rückkehr in die Niederlande arbeitete er für diverse
Theatergesellschaften. Seine Produktion THE NEON WOMAN war monatelang ein Hit in
Amsterdam. Inzwischen ist sein Name aus der niederländischen Theaterszene nicht mehr
wegzudenken.