(The Tragicall Historie of Hamlet, Prince of
Denmarke)
Tragödie (1600/1601)

Foto: Gerhard Kolb
ES IST WAS FAUL IM STAATE DÄNEMARK: der König ist tot, es lebe sein
Bruder Claudius! Der macht - hat man sowas schon gesehen - die verwitwete Königin
schnurstracks zu seiner Frau und erbt den Thron.
Logisch, daß das Prinz Hamlet nicht gefallen kann. Und schlimmer noch:
der Geist seines toten Vaters erscheint und fordert, den an ihm be-gangenen Mord zu
rächen.
Mord? Was nun? Was hat seine Mutter damit zu tun? Hamlet zaudert,
Hamlet zweifelt, aber er hat eine Idee: er stellt sich wahnsinnig, um den Dingen besser
auf den Grund gehen zu können.
Es scheint zu gelingen, den mutmaßlichen Täter zu überführen, aber
dann ersticht Hamlet den Falschen. Claudius ist gewarnt, er will Hamlet beseitigen lassen.
Auch dieser Anschlag mißlingt.
Es kommt, wies kommen muß: das Stück, dem Leben abgelauscht,
führt die Figuren unaufhaltsam weiter in den Wahnsinn (sei er gespielt oder nicht) und in
die Katastrophe. Am Schluß sind alle, oder doch fast alle, tot. Ein Ausländer übernimmt
die Macht in Dänemark, der Vorhang fällt: DER REST IST SCHWEIGEN.
400 Jahre HAMLET und kein Ende. Warum auch? Denn: vor dem Hintergrund
dieser Königsmordgeschichte werden die noch immer aktuellen Grundbedingungen und
-konflikte der menschlichen Existenz ausgelotet. Zahllose, immer wieder verschiedene
Interpretationen haben dieses vieldeutige Stück Shakespeares zu einem Schlüsselstück
der Neuzeit gemacht.
Regie: Friedo Solter
Bühne: Eva-Maria Viebeg
Kostüme: N.N.
Premiere: 7. Juni 2001 im Großen Haus